Mit dem Ersten Advent beginnt das neue Kirchenjahr, in der Leseordnung der Evangelien befinden wir uns nun im Jahr A, das heißt wir hören überwiegend den Evangelisten Matthäus. Für viele sicher überraschend haben wir gleich zu Beginn des Kirchenjahres einen Ausschnitt aus der Rede Jesu über die Endzeit. Die Kirche will uns so darauf hinweisen, was es bedeutet, Christ zu sein: Unsere wahre Heimat ist bei Christus im Himmel. Der Advent ist nicht nur die Zeit der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, sondern der Advent ist in ganz besonderer Weise auch eine Zeit, in der wir auf den Tag der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus warten.
Jesus gebraucht für diesen Tag das Bild von den zwei Frauen an der Mühle. Beide mahlen mit derselben Mühle. Die Mühle ist ein Bild für diese Welt. Wir alle haben mit den Mühsalen dieser Welt zu ringen, in Beruf, Alltag, Krankheiten und Leiden.
Die Frau, die zurückgelassen wird, steht für die Menschen, die nur das Irdische sehen. Erfolg im Beruf, Reichtum, Gesundheit, Ansehen, das allein sind ihre Ziele. Sie suchen ihr Heil allein in dieser Welt, doch sie werden vom Getriebe dieser Welt aufgerieben und können das wahre Glück nicht finden.
Die Frau, die mitgenommen wird, steht für die Menschen, für die die Welt nicht alles ist. Sie erkennen in der Welt ihren Schöpfer und wollen nicht der Welt gefallen, sondern Gott allein. In den Mühsalen dieser Welt blicken sie auf zu Christus, in dem allein das Heil ist und können so trotz irdischer Mühsale glücklich sein. So sollen wir immer leben, denn niemand weiß, wann dieser Tag kommen wird. Jesus mahnt uns:
Haltet euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.
Schönen Sonntag, euer Roland