„Ein Leben ist verpfuscht und hohl, wenn sein innerster Raum nicht ein Tempel ist, in dem Gott, dem Herrn, gedient wird.“
Morgen, am 2. Februar, jährt sich der Todestag von P. Alfred Delp (1907-1945), von dem diese Worte stammen. Gleich nach dem Abitur trat Alfred Delp 1926 in den Jesuitenorden ein, 1937 wurde er zum Priester geweiht, wirkte als Arbeiterseelsorger, Journalist und Seelsorger.
Schon früh setzte sich Alfred Delp mit dem Nationalsozialismus auseinander. Seine kritischen Predigten wurden geschätzt; die Unvereinbarkeit von Christentum und Nationalsozialismus war ihm unverkennbar: “Wo Konflikt ist, muss gefochten werden, ohne Kompromiss und Feigheit”. Delp setzte sich aktiv für verfolgte Juden ein.
1941 begegnete er in Berlin Helmuth James Graf von Moltke, der ihn für seinen “Kreisauer Kreis” gewann. Der “Kreisauer Kreis” stand im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, nach Graf von Stauffenbergs Attentat vom 20 Juli 1944 flog der Kreis auf, seine Mitglieder wurden verhaftet; Delp wurde am 28. Juli festgenommen und nach Berlin in die Strafanstalt Tegel gebracht. Dort wurde er schwer misshandelt und gefoltert. “Der Herrgott holt uns von allen Postamenten herunter” kritzelte er mit gebundenen Händen auf einen Zettel.
Im Januar 1945 begann vor dem Volksgerichtshof unter Roland Freisler der Prozess wegen Hochverrats, Alfred Delp wurde zum Tod verurteilt und im Gefängnis in Berlin-Plötzensee erhängt. Seine Asche wurde auf Feldern verstreut, die Veröffentlichung einer Todesanzeige verboten.