Maria – Die auf Gott vertraut hat

maria-hodegetria.jpgGottesmutter Hodegetria – Wegführerin, so heißt diese Ikone. Am Ende des Marienmonats Mai wollen wir Maria in unsere Betrachtung des Sonntagsevangeliums mit hineinnehmen. Ganz auf Gott vertrauen, das ist es, was Glaube bedeutet. Ein solcher Glaube gab Abraham den Mut, seine Heimat zu verlassen und in das verheißene Land zu ziehen, ein solcher Glaube gibt den Heiligen zu allen Zeiten den Mut zum Zeugnis für Gott. Einen solchen Glauben hatte auch Maria. Durch ihr Ja zu den Worten des Engels gab sie ihr ganzes Leben Gott hin.

Wie ein solches Leben nach dem Willen Gottes aussieht, davon hören wir im heutigen Evangelium (Mt 6,24-34). An erster Stelle steht die Entschiedenheit für Gott. „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.“ Der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch im Überfluss lebt und Schätze anhäuft. „Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, daß ihr etwas anzuziehen habt.“ Wenn Jesus zur Sorglosigkeit gegenüber den irdischen Dingen aufruft, so meint er damit aber auch nicht, dass wir in bitterer Armut leben sollen. Das Leben ist wichtig und auch der Leib ist wichtig. Jesus will uns aber sagen, dass es etwas gibt, das noch wichtiger ist als Leben und Leib, als alles, was es auf Erden gibt. Es kommt darauf an, dass der Mensch zu Gott findet, denn sonst ist sein ganzes Leben sinnlos. Jesus will, dass wir ganz auf Gott vertrauen und so das Reich Gottes auf Erden sichtbar machen, indem durch unser Leben Gott erkennbar wird. „Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen.“

Von Gott kommt alles, was wir sind und haben und er gibt uns, was wir brauchen. Geben wir ihm die Ehre und übergeben wir ihm unser Leben. Schauen wir dabei auf das Beispiel Marias. Oft wusste sie nicht, wie ihr Weg, wie der Weg ihres Sohnes weitergeht. Doch sie ist nicht irre geworden an Gottes Führung. Vertrauen auch wir uns auf ihre Fürsprache hin ganz der Führung Gottes an.   

 

Sehnsucht

sehnsucht.jpgNach dir sehnt sich mein Herz in der Nacht, ich sinne über dich nach, wenn ich wache. (Psalm 63)

In der Nacht erwachen und plötzlich an den Menschen denken, den ich liebe, an meine große Liebe, die Frau, die ich verehre oder den Mann meiner Träume. Der Wunsch, beisammen zu sein, vielleicht auch die bange Frage, wo geht die Liebe hin, wird sie bleiben?

Sehn-Sucht: Von diesem Sehnen nach dem geliebten Menschen nicht mehr ablassen wollen, unabläsig an den geliebten Menschen denken wollen; und im Herzen entsteht ein Gefühl von Liebe.

Nach dir sehnt sich mein Herz in der Nacht, ich sinne über dich nach, wenn ich wache.

In der Nacht erwachen und plötzlich an Gott denken, den ich liebe, an Gott, der die Liebe ist, der mir nahe ist, überall und allezeit und dessen Liebe niemals endet, der mir aber doch verborgen ist.

Herr, mein Gott, mehre in mir die Sehnsucht nach dir, dass es meine allergrößte Freude ist, bei Tag und Nacht an dich zu denken. Laß mich deine Liebe und meine Liebe zu dir im Herzen spüren. Laß mich dich über alles und in dir alles und auch den geliebten Menschen lieben.