Dieser Satz stammt von der heiligen Gertrud von Helfta (1256-1302), deren Gedenktag wir heute feiern. Sie wird auch die Große genannt, denn sie ist eine der größten Mystikerinnen Deutschlands. Schon mit fünf Jahren wird sie dem Kloster Helfta zur Erziehung übergeben. Mit 26 Jahren hat sie ihre erste Christus-Vision. Zu Christus fühlt sie sich ganz hingezogen, ihm will sie ähnlich sein. Zugleich dient sie ihren Mitmenschen als Zuhörerin, Beraterin und Trösterin. Viele Gebete und Schriften sind von ihr überliefert. Hier eines ihrer Gebete:
O Gott-Liebe, mich hast du erschaffen, in deiner Liebe schaffe mich neu.
O Gott-Liebe, mich hast du losgekauft, was immer in der Liebe zu dir verkümmert ist in mir, das mache wieder gut und kaufe es zurück in mir.
O Gott-Liebe, mich hast du ohne mein Verdienst geschätzt und geliebt: gib mir, dass ich mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft dich liebe und schätze.
O Gott-Liebe, in deiner Liebe bestärke mich, gib mir, in Weisheit zu lieben dich.
O Gott-Liebe, in all meiner Drangsal tröste und unterstütze mich.
O Gott-Liebe, du hast niemals verlassen mich: dir vertraue ich an meinen Lebensgeist und Atem.