Am Weihnachtstag und am 2. Sonntag nach Weihnachten hören wir als Evangelium den Prolog des Johannesevangeliums. Im Gegensatz zu den sehr anschaulichen Weihnachtsgeschichten bei Matthäus und Lukas erscheint uns der Johannesprolog als schwer und auf den ersten Blick unverständlich. Hat er überhaupt etwas mit Weihnachten zu tun? Wenn wir ihn uns genauer ansehen, so erkennen wir darin die ganz eigene Weihnachtsgeschichte des Lieblingsjüngers Jesu. Johannes, der so innig mit Jesus vertraut war, wie vielleicht kein anderer der Apostel, schreibt von der Liebe, der er in Jesus Christus begegnet ist.
Wort – „Im Anfang war das Wort.“ (Joh 1,1) So beginnt der Johannesprolog. Der Evangelist macht deutlich, dass dieser Jesus, dem die Menschen auf Erden begegnet sind, kein anderer ist, als das Wort des Vaters, der Sohn Gottes, der vor aller Zeit beim Vater ist und durch den Gott Vater alles geschaffen hat. Dies ist eine Kernaussage von Weihnachten. Wir feiern nicht irgendein Kind, irgendeinen Menschen, sondern die Geburt des Sohnes Gottes, der Gott und Mensch zugleich ist, wahrer Gott und wahrer Mensch. Verborgen leuchtet seine Gottheit in seinem Menschsein auf. Wer glaubt, der erkennt in Jesus Christus Gott, der erkennt die Herrlichkeit Gottes, die in ihm aufstrahlt.