Darstellung des Herrn, Reinigung Mariens, Mariä Lichtmess, das heutige Fest hat viele Namen und ist fest im Brauchtum verwurzelt.
Wie es dem Gesetz des Mose entspricht, bringen Maria und Joseph das Kind Jesus zum Tempel, um für ihn das vorgeschriebene Opfer darzubringen. Für nicht so wohlhabende Familien, zu denen auch Maria und Joseph zählen, sind als Opfer ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben vorgesehen. Neben der Auslösung des Erstgeborenen diente das Opfer auch der Reinigung der Mutter. Frauen galten nach der Geburt 40 Tage als unrein und durften sich erst nach dem Reinigungsopfer wieder ganz normal in der Öffentlichkeit bewegen.
Die Jungfrau Maria bedurfte eigentlich dieser Reinigung nicht. In der Legenda Aurea, dem bedeutenden Heiligenbuch des Mittelalters, heisst es dazu: „Um deutlich zu machen, dass Maria rein und ohne Makel ist, ordnete die Kirche an, dass man an diesem Fest brennende Kerzen tragen soll. Diese sagen uns: Heilige Jungfrau, du bedarfst keiner Reinigung, du leuchtest und glänzt ganz und gar.“
Der Glanz der Kerzen soll uns den Glanz der Reinheit Mariens vor Augen führen. Auch wir sind berufen, in der Helle dieses Lichtes zu wandeln. So bittet die Kirche heute im Tagesgebet: Allmächtiger Gott, läutere unser Leben und Denken, damit wir mit reinem Herzen vor dein Antlitz treten.