Die Zehn Gebote – Fünftes Gebot

Du sollst nicht morden.

zehngebote5.jpgEs ist erstaunlich, wie schnell ein Mensch das Leben eines anderen auslöschen kann. Immer wieder erschüttern uns Nachrichten von Mordfällen, Amokläufen und Attentaten. Bei Menschen, die solches tun, scheint die Ehrfurcht vor dem Leben verloren gegangen zu sein. Nahezu gewöhnt hat sich aber unsere Gesellschaft daran, dass dem noch ungeborenen Leben diese Ehrfurcht scheinbar nicht entgegengebracht werden muß. Doch das menschliche Leben ist ein schützenswertes Gut vom Zeitpunkt der Zeugung bis zum natürlichen Tod. 

Denken wir aber auch daran, dass menschliches Leben nicht nur physisch ausgelöscht werden kann. Viele Menschen existieren im Bewußtsein der anderen nicht mehr, weil niemand mehr sie wahrnimmt. Haß und mangelnde Bereitschaft zur Vergebung töten die Beziehung zu einem anderen Menschen im Herzen ab. So will uns das fünfte Gebot nicht nur vom Mord abhalten, sondern will uns auf die Würde des menschlichen Lebens an sich hinweisen. Es ruft uns dazu auf, so miteinander umzugehen, dass wir uns nicht gegenseitig hassen und quälen, sondern dass wir Leben und Mitmenschlichkeit fördern. 

Die Zehn Gebote – Viertes Gebot

Du sollst Vater und Mutter ehren. 

zehngebote4.jpgDas Gebot, Vater und Mutter zu ehren, steht an der Spitze der Gebote, die das Miteinander der Menschen regeln. Es ist auch das einzige Gebot, dem eine Verheißung folgt: Damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt. 

Nicht nur von Kindern wird erwartet, dass sie ihre Eltern ehren. Das vierte Gebot richtet sich in erster Linie an Erwachsene. Die Sorge um die Eltern wird dann besonders akut, wenn diese nicht mehr selbst für sich sorgen können. Wer durch seine Fürsorge seinen Eltern auch im Alter noch ein schönes Leben ermöglicht, dem wird auch für sich selbst eine gute Zeit des Alters verheißen. 

Heute wissen wir oft nicht mehr, wie wir den alten Menschen helfen sollen. Berufstätigkeit und andere Verpflichtungen scheinen oft keine Zeit mehr für die Sorge um die alten Menschen zu lassen. Da bleibt als Lösung oft nur der Platz in einem Heim. 

Eine Gesellschaft ist nur dann menschlich, wenn nicht nur die produktiven Menschen in ihr einen Platz haben. Gerade die ganz jungen und die ganz alten Menschen bedürfen der Fürsorge. Trotz aller Verpflichtungen Zeit für diese Sorge zu finden ist eine Herausforderung. Wenn sie glückt, kann sie auch unser eigenes Leben bereichern.