Die Anfänge des übernatürlichen Lebens 1
Worin besteht das natürliche Leben des Menschen?
Allen Menschen ist das natürliche und das übernatürliche Leben zueigen. Dem Einen wird das übernatürliche Leben zum Heil, dem Anderen zum Verderbnis. Um das besondere Geschenk des übernatürlichen Lebens besser zu verstehen, ist es notwendig, den natürlichen Bereich des Menschen näher zu betrachten.
Ist der Mensch nicht ein wunderbares Geschöpf? Der Mensch ist ein Geheimnis aus einer wunderbaren und engen Zusammensetzung von Materie und Geist und bildet so eine einzigartige Natur, verschieden von all den anderen Lebewesen dieser Erde.
Der Hl. Gregor der Große unterscheidet ein dreifaches Leben: Das vegetative Leben umfasst die Pflanzenwelt. Ferner muss für das Leben ein sensitives und ein geistiges Leben in Betracht genommen werden:
“Wie die Pflanze ernährt sich der Mensch, wächst und pflanzt sich fort. Wie das Tier kennt er die sinnlich wahrnehmbaren Gegenstände, fühlt sich durch das sinnliche Verlangen mit seinen Erregungen und Leidenschaften zu ihnen hingezogen und bewegt sich aus eigenem Antrieb. Wie der Engel, jedoch in geringerem Grade und auf andere Weise, erkennt der Mensch durch den Verstand das übersinnliche Wesen, das Wahre, und sein Wille bewegt sich frei nach dem durch die Vernunft erkannten Guten.”
Man darf diese drei Lebensarten nicht als “Schichten” ansehen, so als würde jede für sich stehen. Nein, jedes durchdringt die andere Lebensart, jedes fügt und ergänzt die andere Lebensart und ordnet sich unter, um letztendlich den Weg der Vollkommenheit dienlich zu sein. Deshalb ist es nicht nur ratsam, sondern Bedingung, dass besonders die niederen Lebensarten - vegetativ und sensitiv - der Vernunft und dem Willen untergeordnet werden.
Warum diese Unterordnung? Die niederen Lebensarten, von denen der Hl. Gregor spricht, suchen unbändig nach sinnlichem Genuss, während die höhere Lebensart nach dem sittlich Guten strebt. Die Vernunft, der Wille und das Gewissen steuert wie ein Fahrer bei einer Weggabelung die Richtung: Will ich das höhere Gut? Oder lasse ich mich auf sinnlichen Genuss ein? Denn nicht immer ist das Sinnliche, was der Mensch will, auch sittlich als Gut zu betrachten - man denke als Beispiel an die Sexualität, die in sich ein von Gott geschaffenes Gut ist, aber durch eine falsche Sichtweise und Ausführung als sittlich schlecht betrachtet werden muss. Selbst dann, wenn beide Partner dies nicht erkennen.
Der Mensch ist damit verpflichtet, durch Bildung eine gewisse Ordnung in diesem “Kampf des Geistes gegen das Fleisch, des Willens gegen die Leidenschaft” in sein Leben zu bringen.
Fortsetzung folgt….
Am 5. März 2009 um 11:38 Uhr
Beim natürlichen Leben geht es darum die Erkenntnis die wir über uns selbst oder das Leben im Allgemeinen erhalten haben umzusetzen und zu leben.
Beim übernatürlichem Leben wird auch die spirituelle Seite des Menschen mit einfließen. Der Begriff Spiriualität bezeichnet u.a. das Bewusstsein, dass die menschliche Seele zu einer göttlichen Kraft in einer untrennlichen Beziehung steht.
Das natürliche Leben ist zu vergleichen mit Kain und Abel.
Kain will uns besitzen , herrschen, sich durchsetzen.
Der Name Abel bedeutet Atem,. Abel ist der geistige Teil des Menschen, seine wahre Natur, so wie er als Mensch gemeint ist. Abel strebt beständig nach Harmonie, Ausgleich, nach Verbesserung des Bestehenden und will in allem das Gute wecken. In der Bibel erschlägt Kain seinen Bruder Abel. Aber in Wahrheit ist Abel nicht zu töten, denn es ist unsere wahre Natur, ist der unsterbliche Gottmensch in uns allen. Aber der, mit dem wir uns identifizieren der wirkt durch uns und bewirkt Krankheit, Schicksalsschläge und Leid oder Gesundheit Harmonie und Glück. Es ist unsere freie Entscheidung wen wir durch uns wirken lassen. Wir haben in jedem Augenblick unseres Lebens die Wahl uns neu zu entscheiden.