Der Hohe Rat fällt ein schnelles Urteil über Jesus. Einstimmig fordern sie bei Pilatus seine Hinrichtung. Geschickt verstehen sie es, den zögernden römischen Statthalter dazu zu bringen, ihrer Bitte nachzukommen. Nun ist Jesus als verurteilter Schwerverbrecher aller Menschenwürde beraubt. Die Soldaten können ungehindert ihren Spott mit ihm treiben.
Die römische Geißelung war brutal. Die mit Knochen- und Eisenstücken versehen Peitschen rissen dem Verurteilten die Haut vom Leib. Dass die Römer Simon von Zyrene zwingen müssen, das Kreuz Jesu zu tragen, kann durchaus auch deshalb nötig gewesen sein, weil Jesus schon nach der Geißelung all seiner Kräfte beraubt war. Doch er muß noch den Weg gehen hinauf nach Golgota. Dort wird er ans Kreuz genagelt, zwischen zwei Schwerverbrechern, von seinen Jüngern verlassen.
Herr, hilf mir, das Licht in der Finsternis zu finden, und die Einheit mit dir, wenn ich mich verlassen fühle; denn durch deine Verlassenheit hast du uns neues Leben geschenkt.
Ich blicke auf das Kreuz, Herr.
Ich kann nur versuchen zu
erspüren, wie sehr Du um
meinetwillen gelitten haben musst.
Keine Worte finde ich, und so stehe
ich stumm und demütig vor dir.
Herr, nimm heute mein Schweigen als
Gebet an. Ich will stille werden an diesem Tag. Amen.