Geist des Friedens (Joh 20,19-23)

pfingsten2009018.jpgAls der Auferstandene in die Mitte seiner Jünger tritt, spricht er zu ihnen: „Friede sei mit euch!“ Dieser Friendenswunsch durchzieht die Geschichte des Christentums. Wir gebrauchen zwar nicht mehr den alten jüdischen Gruß „Schalom“, der ein tiefer Friedenswunsch ist, aber doch begegnen wir ihm noch vielerorts. In der Heiligen Messe hat der Friedensgruß seinen festen Platz und die Messe endet mit dem Wort „Gehet hin in Frieden“. 

Der Wunsch nach Frieden ist einer der tiefsten Wünsche des Menschen, ein Wunsch, der nur selten seine Erfüllung findet. Immer wieder gibt es Unfrieden, zwischen einzelnen Menschen, zwischen Völkern, Rassen und Religionen. Es ist sicher kein Zufall, dass die Taube sowohl Symbol für den Frieden, als auch für den Heiligen Geist ist. Der Heilige Geist ist es, der uns wahren Frieden schenkt, der allein von Gott kommen kann. Dieser Friede ist auf Erden immer durch die Sünde des Menschen gefährdet. Jesus schenkt seinen Jüngern des Heiligen Geist deshalb auch, um durch ihn den Menschen die Vergebung der Sünden zuzusprechen. Durch Umkehr und Vergebung wird der Unfriede der Sünde geheilt. 

Den vollkommenen Frieden erwarten wir im Reich Gottes. Dann hört die Begierde, die die Menschen irreleitet und zum Bösen führt, auf und unsere wahre Sehnsucht findet ihre Erfüllung in der ewigen Freude und im Frieden bei Gott. 

Der Paraklet

pfingsten2009004.jpgDu wirst genannt der Paraklet 

bist das Geschenk vom höchsten Gott 

bist Lebensquell, Feuer und Lieb´, 

der Seele geistlich´ Salbung du.

Der Herabrufung des Heiligen Geistes in der ersten Strophe folgt nun die Lobrede über den Geist. Er ist das Geschenk Gottes, in dem Gott selbst sich uns schenkt und in uns wohnt. Er ist lebendiges (frisches, also nicht abgestandenes) – lebenspendendes Wasser und Feuer zugleich, das Feuer, das uns reinigt und antreibt, das Wasser, das uns erfrischt und kräftigt. Er ist die Liebe Gottes, die alle eint. Seine geistliche Salbung gibt uns Anteil am dreifachen Amt Christi, sie macht uns zu Königen, Priestern und Propheten. 

Ein besonderer Titel des Heiligen Geistes ist Paraklet. Das heißt übersetzt Beistand und Tröster. Vor seinem Tod verheißt Jesus seinen Jüngern den Beistand, der für immer bei ihnen bleibt (vgl. Joh 14,17), der für Christus Zeugnis ablegt (vgl. Joh 15,26) und die Jünger in die volle Wahrheit führt (vgl. Joh 16,13). 

Der Heilige Geist macht, dass wir verstehen und uns verstanden wissen, dass wir getröstet sind und auf die Hilfe Gottes vertrauen. So werden wir zu Menschen, die hinaus gehen, um Zeugnis für Christus zu geben, er macht uns zu Menschen, die die Nöte anderer Menschen verstehen können und ihnen Trost und Hilfe schenken können. 

„Durch unser eigenes Leid, durch unseren eigenen Schmerz, mehr noch: durch unsere eigenen Sünden belehrt, wird unser Sinn und unser Herz vorbereitet sein zu jeglichem Werk der Liebe denen gegenüber, die es nötig haben. Je nach unserer Fähigkeit werden wir Tröster nach dem Bild des Parakleten sein, und zwar in sämtlichen Bedeutungen dieses Wortes: Anwälte, Helfer, Trostbringer. Unsere Worte und unsere Ratschläge, unsere Art des Handelns, unsere Stimme, unser Blick, alles wird freundlich und beruhigend sein.“ (J.H. Newman)