Komm Schöpfer Geist!

pfingsten2009012.jpgWie der Vater und der Sohn so wirkt auch der Heilige Geist am Werk der Schöpfung mit. Die Schöpfung ist das gemeinsame Werk des einen Gottes in drei Personen. Der Heilige Geist ist es, der alles zusammenhält und lebendig macht. Der Heilige Geist ist es, der die Menschen neu macht zu Kindern Gottes. Wenn wir den Heiligen Geist auf uns herabrufen, so bedeutet das, dass wir uns ganz dem Handeln Gottes überlassen, dass er uns neu macht, damit wir seinen Willen tun.

Hier ist uns Maria ein Vorbild. Sie sprach zu dem Engel: Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort. So hat sie sich ganz dem Wirken des Heiligen Geistes geöffnet. Die schöpferische Macht des Höchsten bildete den Leib Christi, als der Heilige Geist über die Jungfrau Maria kam.

In jedem von uns steckt die Sehnsucht nach einem neuen Leben in Gott, zu dem uns der Heilige Geist führen möchte. Wir spüren dies in unserer Sehnsucht nach erfülltem Leben, einer Sehnsucht, die nur Gott stillen kann. Doch viele Menschen finden nicht den Weg zu diesem Leben, weil sie sich mit irgendwelchen Ersatzbefriedigungen abgeben. Manche geben resigniert die Suche auf, verkümmern in Eintönigkeit und Langeweile oder enden gar in der Sucht.

Leben beginnt, wenn wir unsere Augen öffnen für das Große, das Gott in jeden Menschen hinein gelegt hat, Leben beginnt, wenn wir den Heiligen Geist an uns wirken lassen. Dann können wir die Enge unserer Häuser und Städte durchbrechen. Wir entdecken eine Weite, die unendlichen Spielraum läßt für das Abenteuer des Lebens.

Komm, Heiliger Geist, komm und schaffe uns neu! Führe uns heraus aus Langeweile und Resignation, führe uns heraus aus der Enge unseres Alltags, führe uns in die Weite des Himmels, führe uns zum wahren Leben, für das Gott uns geschaffen hat!

Bewahren (Joh 17,6a.11b-19)

gebetjesu.jpgWir kennen das: Da gibt es eine Gruppe, die super läuft. Ihr Leiter versteht es, die Leute zusammen zu halten, internen Streit zu schlichten und dafür zu sorgen, dass alle an einem Strang ziehen. Dann wechselt der Leiter. Bis der neue akzeptiert ist, kommt es zu inneren Rangeleien und Machtkämpfen unter den Gruppenmitgliedern. Die Gruppe droht auseinander zu brechen, mache bleiben weg.

Eine ähnliche Situation mag Jesus im heutigen Evangelium vor Augen haben. Er sorgt sich darum, wie es mit seinen Jüngern weiter gehen wird, wenn er einmal nicht mehr da ist. Er weiß, dass die Jünger bedroht sein werden von inneren Streitigkeiten und von Anfeindungen von Außen. Jesus bittet daher den Vater für die Jünger um innere Einheit und um Schutz vor dem Bösen:

Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.

Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst.

Die Jünger Jesu aller Zeiten leben in einer Welt, die ihnen oft nicht wohl gesonnen ist und die voller Versuchungen steckt. Wer sich an Jesus bindet, der bleibt zwar in der Welt, aber ist nicht mehr von dieser Welt. Die Gläubigen sind schon in dieser Welt durch Christus eins mit dem Vater im Himmel. Und doch brauchen wir immer wieder die Hilfe Gottes, der uns Kraft gibt und uns in diesem Leben als Glaubende bewahrt.

Bitten wir mit Jesus den Vater darum, dass er der Kirche und allen Gruppen in ihr innere Einheit schenke und dass er uns vor den Angriffen des Bösen bewahre, damit wir glaubhafte Zeugen der Liebe Gottes in dieser Welt sein können.