Beim Auszug aus Ägypten hatte Mose dem Volk Israel das Manna geschenkt, Brot vom Himmel, dass dem Volk auf seinem Weg durch die Wüste Nahrung bot. Gott selbst hatte das wandernde Israel mit himmlischem Brot genährt.
Wenn der Messias kommt, der Prophet, den Mose selbst vorhergesagt hat, dann wird er noch Größeres tun als Mose. Heißt das nun, dass der Messias mehr Menschen speisen wird als Mose, dass er für ein Volk, in dem viele an Hunger und unter der Mühsal des täglichen Broterwerbs leiden, eine Gabe anbietet, die für alle und für immer den Hunger stillt?
Die Menschen damals und auch wir heute tun uns schwer damit zu verstehen, dass Jesus, in dem sich die Verheißungen des Alten Bundes erfüllen, nicht nur ein quantitatives, sondern ein qualitatives Mehr auszeichnet. Nicht dass Jesus – wie wir letzten Sonntag im Evangelium gehört haben – so viele Menschen satt gemacht hat, ist von Bedeutung. Entscheidend ist, dass Jesus nicht nur Brot gibt, sondern dass er selbst das Brot des Lebens ist.
Der Glaube an Jesus bietet nicht ein irdisches Paradies, in dem Menschen keine Not und keinen Hunger mehr leiden. Freilich, Jesus sorgt sich auch darum und heilt die Menschen, die zu ihm kommen und macht sie satt. Doch er will uns noch viel mehr geben: Die Speise, die nicht verdirbt und nach deren Genuß wir nicht wieder Hunger bekommen, die Speise, die unsere Sehnsucht nach einem erfüllten Leben stillt.
Die Sehnsucht des Herzens können keine Gaben aus zweiter Hand stillen. Die Sehnsucht des Herzens kann nur der stillen, der die Herzen geschaffen hat: Gott. Und so gibt sich Jesus selbst als Brot, das unseren Lebenshunger stillt. Wir finden die Erfüllung unseres Lebens, wenn wir es ganz leben mit Jesus Christus.