Hl. Wolfgang von Regensburg

wolfgang1.jpgSchon mit sieben Jahren wurde Wolfgang von seinen Eltern in die Klosterschule auf der Insel Reichenau gebracht. Später studierte er in Würzburg und Trier, war ab 956 Lehrer an der Trierer Domschule, wurde 965 Benediktinermönch in Einsiedeln und 968 zum Priester geweiht. 

Als Glaubensbote zog Wolfgang dann durch Ungarn, bis ihn Bischof Pilgrim von Passau als Bischof von Regensburg vorschlug. Von 972 bis zu seinem Tod war er dann Bischof von Regensburg. Legenden betonen die heilkräftige und Böses abwehrende Wirksamkeit des Bischofs und seine Fürsorge. Wolfgang heilte Besessene, Blinde und Aussätzige und teilte Getreide aus. Wolfgang setzte sich für eine Reform der Klöster und des Klerus ein, förderte die Bildung und sorgte dafür, dass Mißstände beseitigt wurden. 973 stimmte er der Abtrennung Böhmens von seinem Bistum zu und ermöglichte so die Errichtung des Bistums Prag. 

Infolge politischer Intrigen musste Wolfgang zeitweise Regensburg verlassen. Die Legende erzählt, dass er in dieser Zeit als Einsiedler an dem nach ihm benannten Wolfgangsee in Österreich lebte. Dort warf er seine Axt ins Tal hinab und gelobte, an dem Ort, an dem er sie wiederfinden werde, eine Kirche und seine Klause zu erbauen. Als später sein Aufenthaltsort entdeckt wurde, bat ihn eine Abordnung aus Regensburg, wieder den bischöflichen Stuhl einzunehmen. Die vielseitige und umsichtige Tätigkeit, die er dann erneut in Regensburg entfaltete, seine Menschenfreundlichkeit, Güte, Demut und Bescheidenheit, begründeten Wolfgangs Verehrung schon zu Lebzeiten. 

Als Wolfgang 994 die Donau entlang reiste, starb er in Pupping in der dortigen Kirche. Als seine Begleiter den Menschen, die in die Kirche drängten, um den berühmten Bischof sterben zu sehen, den Zutritt verwehrten, wies Wolfgang sie an, jedem Einlass zu gewähren, der ihn beim Sterben sehen wollte. Wolfgangs Leichnam wurde nach Regensburg gebracht und im Kloster St. Emmeram bestattet. 1052 wurden seine Gebeine durch Papst Leo IX. feierlich erhoben. Sein Grab befindet sich heute in der Wolfgangs-Krypta von St. Emmeram. 

Allerheiligen (2)

allerheiligen13.jpgWeil wir als Kirche alle miteinander in Christus verbunden sind, haben wir eine ganz besondere Verantwortung füreinander. Es ist nicht egal, wie wir leben. Wenn einer sündigt, so trifft diese Sünde in gewisser Weise alle, auch wenn sie ganz verborgen geschieht und scheinbar kein anderer Mensch dadurch zu Schaden kommt.

Wenn dies für unsere schlechten Taten zutrifft, dann noch viel mehr für die guten. Jede noch so kleine gute Tat kann eine weltweite Wirkung haben. Ein Lächeln, von uns geschenkt, kann vielleicht um die ganze Welt von Mensch zu Mensch weiter gegeben werden, bis es dann irgendwann auch wieder bei uns selbst ankommt.

Als Christen müssen wir uns stets dieser Verantwortung bewusst sein, die wir für die Kirche, aber auch für die ganze Welt haben. „Die Menschen haben keine Ahnung von der Macht eines einzigen Heiligen,“ schreibt Thomas Merton. „Denn die Heiligkeit ist stärker als die ganze Hölle.“

Jeder Mensch kann seine eigene Stärken und Schwächen entdecken. Doch braucht uns unsere Schwachheit nicht mutlos werden zu lassen. Gott gibt uns immer wieder die Möglichkeit zu einem Neuanfang, die Chance, es von neuem zu versuchen. Wir brauchen es auch nicht allein aus unserer Kraft zu schaffen, sondern Gott schenkt uns immer neu seine Gnade. Er ist bei uns und hilft uns zu jeder guten Tat.

Herr Jesus, lass uns unsere Verantwortung, die wir als Christen für unsere Mitmenschen und die ganze Welt haben, erkennen und schenke uns in deiner Gnade, dass wir Dein Licht in der Welt erstrahlen lassen.