Advents-Zeit

advent.jpg1 Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit:
2 eine Zeit zum Gebären / und eine Zeit zum Sterben, / eine Zeit zum Pflanzen / und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen,
3 eine Zeit zum Töten / und eine Zeit zum Heilen, / eine Zeit zum Niederreißen / und eine Zeit zum Bauen,
4 eine Zeit zum Weinen / und eine Zeit zum Lachen, / eine Zeit für die Klage / und eine Zeit für den Tanz;
5 eine Zeit zum Steinewerfen / und eine Zeit zum Steinesammeln, / eine Zeit zum Umarmen / und eine Zeit, die Umarmung zu lösen,
6 eine Zeit zum Suchen / und eine Zeit zum Verlieren, / eine Zeit zum Behalten / und eine Zeit zum Wegwerfen,
7 eine Zeit zum Zerreißen / und eine Zeit zum Zusammennähen, / eine Zeit zum Schweigen / und eine Zeit zum Reden,
8 eine Zeit zum Lieben / und eine Zeit zum Hassen, / eine Zeit für den Krieg / und eine Zeit für den Frieden.
(Koh 3,1-8)
Eine gute und besinnliche Adventszeit euch allen!

Erster Advent (Lk 21,25-28.34-36)

licht4.jpgAm Anfang steht das Ende. So scheint es, wenn man das heutige Evangelium betrachtet. Heute am Ersten Advent, am ersten Tag des neuen Kirchenjahres, präsentiert die Kirche uns als Evangelium einen Abschnitt aus der Endzeitrede Jesu. Sollten wir ein neues Jahr nicht mit einem schöneren Text beginnen?

Dieser Text führt uns aber auch an die Frage heran, was uns Advent bedeutet. Zuerst ist Advent freilich die Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Vorbereitung aber nicht in dem Sinn, dass wir alles erledigen, was für die Gestaltung des Weihnachtsfestes nötig ist und uns in den Städten von bunten Lichtern und lieblichen Melodien überschütten lassen.

Für das Weihnachtsfest müssen wir vor allem unser Herz bereiten. Der Advent will uns wieder neu die Frage vor Augen führen, wie es um unser Leben steht. Welche Bedeutung hat in meinem Leben das Kind, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern?

Wenn wir diese Adventszeit nutzen, um unser Leben neu auf Jesus Christus hin auszurichten, dann kann uns das Kind in der Krippe am kommenden Weihnachtsfest mit einer größeren Freude beschenken, als teure Geschenke und kitschiger Zierat es vermögen.

Wenn wir diese Adventszeit nutzen, um unser Leben neu auf Jesus Christus hin auszurichten, dann wird uns der Gedanke an sein Wiederkommen am Ende der Tage nicht in Angst und Schrecken versetzen. Wenn wir unser Herz bereiten, dann können wir uns aufrichten und erhobenen Hauptes das Kommen unseres Erlösers erwarten, der unser Leben zur Vollendung führen wird.

Wenn wir uns fragen, wie das geschehen kann, sich neu auf Jesus Christus hin auszurichten, so gibt uns das heutige Evangelium eine Antwort. Das Wichtigste ist das Gebet. Nehmen wir uns an den langen Abenden des Advent etwas Zeit dafür. Wir können dazu eine Kerze anzünden und dann in Ruhe einen Abschnitt aus der Bibel lesen, ein Gebet aus einem Gebetbuch beten, oder einfach mit eigenen Worten oder in Stille Jesus Christus begegnen. Solche kleinen Schritte können unser Leben verändern, jetzt im Advent und zu jeder anderen Zeit.