„Er bringt den Armen eine gute Nachricht.“
Diese Worte, die der Prophet Jesaja über den Messias sagt, setzt der Evangelist Lukas als Überschrift über das Wirken Jesu. Nicht nur in Worten, sondern auch in Taten wird in Jesus Christus die liebende Nähe Gottes zu den Menschen sichtbar. „Heute hat sich dieses Schriftwort erfüllt.“ So legt Jesus selbst diese Stelle aus und macht damit deutlich, dass er mit dem Anspruch auftritt, der Messias, der Sohn Gottes zu sein.
Doch die „gute Nachricht“ ist keine populistisch aufgemachte reißerische Rede. Sie zielt nicht darauf ab, die Menschen mit rhetorischen Mitteln und die Rede begleitende Wundertaten zu täuschen. Es scheint so, als ob Jesus, nachdem er die Menschen begeistert hat, genau das Gegenteil von dem sagen würde, was die Menschen hören wollen, bis er die große Masse der Menschen gegen sich aufgebracht hat und nur wenige bleiben, die wirklich verstanden haben, was er will.
In Nazaret macht Jesus den Menschen klar, dass sie sich nichts darauf einzubilden haben, dass Jesus aus ihrer Stadt kommt. Er führt das Beispiel der großen Propheten Elija und Elischa an, die beide ein großes Wunder gerade an Fremden gewirkt haben. Wie könnte er die Menschen mehr beleidigen, als durch einen solchen Vergleich? Entsprechend heftig ist auch ihre Reaktion: Sie treiben Jesus zur Stadt hinaus und wollen ihn einen Abhang hinunter in den Tod stürzen. Jesus aber „schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.“
Die gute Nachricht für die Menschen ist nicht billig verpackt. Sie zeigt sich nicht in aufsehenerregenden Wundern und erschließt sich nicht der großen Masse. Nur wer bereit ist, ruhig und sorgfältig hinzuhören, wer sich für die Botschaft Gottes öffnet, sich auf sie einlässt und bereit ist, sein Leben zu ändern, der wird die Freude erfahren, von der diese gute Nachricht kündet.