Verklärung (Lk 9,28b-36)

berg-tabor.JPGBerge gelten seit jeher als Orte besonderer Gottesbegegnung, man denke nur daran, was Mose auf dem Berg Sinai und was Elija auf dem Berg Horeb erfahren hat. Auch Jesus ist oft auf einen Berg gestiegen, um zu beten. Meist tat er dies allein, nun nimmt er drei seiner Jünger mit. Diese werden Zeugen eines außergewöhnlichen Ereignisses. 
Jesus, den sie bisher nur als besonderen Menschen, der andere heilen und Wunder vollbringen kann, kannten, erweist sich als das, was er in Wahrheit ist: Gottes auserwählter Sohn. Lichtvoll erstrahlt die Herrlichkeit Gottes mitten in dieser Welt. 
Doch als Petrus diesen Augenblick festhalten will, ist plötzlich wieder alles vorbei. Was bleibt, ist der Widerhall der Stimme Gottes, die gesprochen hat: Dies ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören. 
Im Hören auf Gottes Wort, auf die Botschaft Jesu, die uns in den Evangelien überliefert ist, können wir Gottes Herrlichkeit auf dieser Welt sichtbar machen. Überall, wo Menschen Gottes Willen tun, ist Gottes Reich auf Erden Gegenwart. 
Sicher, oft scheint diese Gegenwart Gottes auch den Glaubenden allzu weit verborgen zu sein. Wir machen eher die Erfahrung des Scheiterns angesichts des Leidens und der Trübsal, die uns überall umgeben. Aber dennoch: das was damals auf dem Tabor geschehen ist, gilt auch für uns als Zeichen und Grund unserer Hoffnung. Und vielleicht machen wir ja hier und da in unserem Leben die Erfahrung, dass für einen kurzen Augenblick ein Strahl jenes Lichtes vom Berge Tabor unser Leben durchblitzt. 

2. Fastensonntag – Verklärung (Lk 9,28b-36)


„I steh’ am Gipfel schau obi ins Toi
A jeder is glicklich, a jeder fühlt si woi“
So singt Wolfgang Ambros in seinem Gassenhauer vom Skifahren.

Es ist ein gutes Gefühl, oben zu sein und alles im Blick zu haben.

Dieser Eindruck hat auch Petrus gepackt, als er Jesus oben auf dem Berg in einer ganz neuen Art und Weise erlebt. So soll es blieben, wünscht er sich.

Doch der Weg nach diesem Gipfelerlebnis führt wieder hinab in die Niederungen des Lebens.
Dorthin ist Jesus gekommen. Dort lebt er in dieser Welt, wo die Menschen Zuhause sind in ihren Sorgen, Ängsten, Zweifeln, Zerwürfnissen. Dort will er nahe sein.
Dorthin schickt er die, die ihm nachfolgen, in die Niederungen des Lebens. Sie können diesen Wege gehen, weil sie einen Augenblick schauen durften, wer er ist. Das ist ihnen Kraft genug.