Wie können wir heute Fasten? Sicher ist es bei uns nicht üblich, mit zerrissenen Kleidern und Asche auf dem Haupt durch die Strassen zu gehen, wie früher in Israel. Doch auch wir brauchen äußere Formen des Fastens. Es gilt, einen wirklichen Verzicht zu tun, der auch spürbar ist, aber mich doch auch nicht daran hindert, meinen alltäglichen Pflichten gerecht zu werden.
Sicher kann man erst einmal daran denken, seinen Konsum von Alkohol und Süssigkeiten einzuschränken. Doch man braucht nicht nur ans Essen zu denken. Es gibt heute so viele Dinge, die wir oft unnötig konsumieren. Die verschiedenen Medien liefern uns ständige Unterhaltungsmöglichkeiten. Was mache ich mit meiner Zeit? Kann ich mir mehr Zeit für andere Menschen nehmen – mehr Zeit für Gott, regelmäßig?
Wenn wir aufmerksam auf die Dinge unseres Alltags sehen, werden wir vielleicht so manche Anhängigkeiten entdecken, in die wir ganz unbemerkt geraten sind. Muß ich jeden Tag eine bestimmte Serie sehen? Muss ich mehrmals am Tag im Internet die neuesten Nachrichten abrufen? Brauche ich jeden Abend mein Glas Wein?
Worauf möchte ich in diesen Tagen der österlichen Busszeit verzichten? Was möchte ich in diesen Tagen mehr tun?
Die Fastenzeit leben heißt,
daran denken und deshalb verzichten
auf Überflüssiges: dumme Sprüche,
schnelle Antworten ohne nachzudenken.
Nüchtern werden
im wahrsten Sinne des Wortes,
die Sinne schärfen.
Hellwach sein für das,
was um mich herum passiert.
Fasten heißt verzichten,
heißt leiser werden,
behutsamer mit sich
und anderen.
Differenzieren,
sich nicht von Stimmungen leiten lassen,
nicht allem nachplappern,
das ist Originalton Jesu:
„Kehr um und glaub an das Evangelium.“
Das kleine Kreuz
vom Aschermittwoch
bleibt unsichtbar
auf meiner Stirn.