Vertrauen (Lk 9,51-62)

vertrauen12.gifJesus geht mit seinen Jüngern nach Jerusalem. Jesus weiß, dass er dort sterben wird. Eine Spannung liegt in der Luft. Als dann noch einige Städte in Samarien sich weigern, Jesus aufzunehmen, wollen die Jünger ein Exempel statuieren: Feuer soll diese Orte vernichten. Doch Jesus weiß: Mit Gewalt gewinnt man nichts und niemanden wirklich.

Wer Jesus folgen will, soll dies nicht aus Zwang tun, sondern aus einem grenzenlosen Vertrauen heraus in Gottes Güte und Barmherzigkeit. Nur wenn ich weiß, dass Gott mich keinen Mangel und keine Not leiden lassen wird, wenn ich ihm mein Leben schenke, kann ich das loslassen, was mich daran hindert, Jesus nachzufolgen.

Das heutige Evangelium bringt drei extreme Beispiele: Wer Jesus nachfolgen will, muss bereit sein, Haus und Hof zu verlassen – im Vertrauen darauf, dass Gott ihm einen Ort zum Wohnen schenken wird. Wer Jesus nachfolgen will, muss bereit sein, die wichtige Pflicht der Sorge um die Toten zu vernachlässigen – im Vertrauen darauf, dass die Toten bei Gott geborgen sind. Wer Jesus nachfolgen will, muss bereit sein, seine Familie ohne Abschied zu verlassen – im Vertrauen darauf, dass Gott ihm eine neue Heimat gibt.

Nicht jeder ist in eine so radikale Nachfolge gerufen. Für jeden von uns aber gilt die Frage: Was hindert mich noch daran, Jesus ganz zu folgen, woran klammere ich mich und was kann ich loslassen, um zu einer größeren Freiheit zu finden? Bitten wir um den Mut, stets das zu tun, was Gott von uns möchte – im Vertrauen darauf, dass wir dadurch nichts verlieren, sondern umso mehr von Gott hinzu bekommen werden.

2 Reaktionen zu “Vertrauen (Lk 9,51-62)”

  1. Anita

    Die Berufung durch Gott bleibt für uns Menschen ein Geheimnis. Er erwählt Menschen aus reichen und armen Familien, schlichte und einfache Männer und Frauen und hoch begabte, Kerngesunde und Behinderte, Fromme und Sünder. Gott begründet weder dem Berufenen noch den Umstehenden, warum er seine Wahl so und nicht anders traf. Und er fragt uns nicht, ob wir mit seiner Entscheidung einverstanden sind. Oft können wir erst im Nachhinein ein wenig erkennen, was Gott wohl mit der jeweiligen Berufung eines bestimmten Menschen bezweckt haben könnte.

    Klemens Nodewald

  2. Markus H.

    Das Ur-Zeugnis solch einer Berufung, seine Heimat und seine gewohnte Umgebung zu velassen, ist Abraham, mit ihm beginnt in Mesopotamien der Frühantike die Geschichte der Erzväter des Volkes Israels.
    Abraham hat zunächst sicher die Sorge gehabt, wohin es ihn verschlagen könnte - aber darin hat ihm Gott etwas ganz besonderes verheißen, das gelobte Land - heute können wir als Christen sagen, es ist die Kirche Gottes - grundsätzlich ist jeder Mensch berufen zur Heiligkeit, er muss den weg des Irdischen durchschreiten, mit der Kirche Gottes ist eigentlich jeder Christ herausgerufen, dem Ruf Gottes persönlich zu antworten, um seine ewige Bestimmung zu finden - die Lateiner sagen “Ecclesia” - die “Herausgerufene”…So wie ein junger Mann oder eine junge Frau irgendwann einmal “Hotel Mama” bzw. das “enge Nest der Eltern” oder das engstirnige “Kaff” seiner Umgebung verlassen muss, um sein eigenes Leben in die Hand zu nehmen, um den Mann/die Frau seines Lebens zu finden, seinen Beruf/seine Berufung zu finden, den/die zu finden, den/die Gott für sie/ihn vorhergesehen hat … es gibt den schönen Spruch: “True love waits” … echte Liebe, so sagt mann müsse wachsen und reifen, damit sie auch Bestand hat .. so ist es auch mit einem Mann, der den Ruf zum Priestertum verspürt, ja vielleicht hört er den Ruf erst, wenn er schon ein anders Studium abgeschlossen hat oder bereits in einem anderen Beruf steht (auch einige von unseren heurigen Neupriestern können bereits auf reiche Berufserfahrung zurückblicken!) … so war es doch auch mit den heiligen Aposteln… Gott beruft 12 einfache Fischer und Handwerker aus so einem “Kaff” irgendwo in Galiläa, .. ja Jesus selbst war ein einfacher Handwerker, kein “G´studierter”, der liebe Gott wollte bestimmt, dass aus seinem Sohn erst einmal ein “g´standenes Mannsbild”, wie man bei uns in Bayern sagt, wird, bevor er dann mit rund 30 Jahren sein aktives Wirken mit der Verkündigung des Gottesreiches beginnt - mit ihnen, mit diesen Handwerksburschen aus der Provinz, gründet er die Kirche, Jesus lehrt und heiligt seine Jünger, er bevollmächtigt sie, Menschen ebenso zu seinen Jüngern zu machen, sie zur ewigen Vollendung zu führen…er sendet ihnen den Heiligen Geist und gibt ihnen so die Vollmacht zu lehren, zu leiten, zu heiligen…und dieses geniale Werk müssen heute die Bischöfe und Priester weiterführen … damit diese frohe Botschaft Jesu Christi auch heute die Menschen erreicht, müssen wir unablässig dafür beten, dass uns Jesus wieder ein paar “g´standene Mannsbilder” beruft, die bereit sind ihr Leben IHM ganz zu schenken, um für die Menschen da zu sein…
    Danke liebe Anita für die netten Zeilen und die guten Wünsche für die Priester… ich bin auch einer von denen, die diesen Ruf erst ein bisserl später gehört haben…ich darf Jesus auch nachfolgen, und bereite mich gerade im Priesterseminar auf diesen besonderen Dienst vor, ein “Herausgerufener” zu sein, ich bin auch einer, der sieht, wie viele Menschen heute in die Irre zu gehen drohen…aber:
    “JESUS LOVES YOU - YOU CAN NOT ASK FOR MORE!”

    Vielen lieben Dank und Gottes segen euch allen!

    Markus

Einen Kommentar schreiben