Akt der Liebe des Heiligen Pfarrers von Ars

pfarrerars12.jpgIch liebe dich, o mein Gott, und mein einziges Verlangen ist es, dich zu lieben bis zum letzten Seufzer meines Lebens. 

Ich liebe dich, o unendlich liebenswürdiger Gott, und ich möchte lieber aus Liebe zu dir sterben, als auch nur einen Augenblick zu leben, ohne dich zu lieben.  Ich liebe dich, o mein Gott, und ich sehne mich nach dem Himmel, nur um das Glück zu haben, dich vollkommen zu lieben. 

Ich liebe dich, o mein Gott, und ich fürchte mich vor der Hölle, nur weil man dort niemals den süßen Trost hat, dich zu lieben. 

O mein Gott, wenn meine Zunge nicht in jedem Augenblick sagen kann, dass ich dich liebe, dann will ich, dass mein Herz es dir wiederholt, sooft ich nur atme. 

O mein Gott! Gib mir die Gnade zu leiden, indem ich dich liebe, und dich zu lieben, indem ich leide und eines Tages zu sterben, indem ich dich liebe und zu fühlen, dass ich dich liebe. 

Im gleichen Maße, in dem ich mich meinem Ende nähere, erweise mir die Gnade, meine Liebe zu vermehren und sie zu vervollkommnen. 

Amen. 

Vertrauen (Lk 9,51-62)

vertrauen12.gifJesus geht mit seinen Jüngern nach Jerusalem. Jesus weiß, dass er dort sterben wird. Eine Spannung liegt in der Luft. Als dann noch einige Städte in Samarien sich weigern, Jesus aufzunehmen, wollen die Jünger ein Exempel statuieren: Feuer soll diese Orte vernichten. Doch Jesus weiß: Mit Gewalt gewinnt man nichts und niemanden wirklich.

Wer Jesus folgen will, soll dies nicht aus Zwang tun, sondern aus einem grenzenlosen Vertrauen heraus in Gottes Güte und Barmherzigkeit. Nur wenn ich weiß, dass Gott mich keinen Mangel und keine Not leiden lassen wird, wenn ich ihm mein Leben schenke, kann ich das loslassen, was mich daran hindert, Jesus nachzufolgen.

Das heutige Evangelium bringt drei extreme Beispiele: Wer Jesus nachfolgen will, muss bereit sein, Haus und Hof zu verlassen – im Vertrauen darauf, dass Gott ihm einen Ort zum Wohnen schenken wird. Wer Jesus nachfolgen will, muss bereit sein, die wichtige Pflicht der Sorge um die Toten zu vernachlässigen – im Vertrauen darauf, dass die Toten bei Gott geborgen sind. Wer Jesus nachfolgen will, muss bereit sein, seine Familie ohne Abschied zu verlassen – im Vertrauen darauf, dass Gott ihm eine neue Heimat gibt.

Nicht jeder ist in eine so radikale Nachfolge gerufen. Für jeden von uns aber gilt die Frage: Was hindert mich noch daran, Jesus ganz zu folgen, woran klammere ich mich und was kann ich loslassen, um zu einer größeren Freiheit zu finden? Bitten wir um den Mut, stets das zu tun, was Gott von uns möchte – im Vertrauen darauf, dass wir dadurch nichts verlieren, sondern umso mehr von Gott hinzu bekommen werden.