Und führe uns nicht in Versuchung

vaterunser16.jpgDie letzte Bitte ist wohl die am schwersten verständliche. Manch einer denkt dabei vielleicht, was denn das für ein Gottesbild ist, an einen Gott zu glauben, der Menschen in Versuchung führt, der vielleicht irgendwelche Krankheiten schickt, um die Menschen zu testen. Wie geht das mit einem Gott der Liebe zusammen?

Versuchungen sind unvermeidlich, das sagt Jesus, und er selbst musste der Versuchung Satans standhalten. Die Versuchung geht nicht von Gott aus, aber dennoch lässt Gott es zu, dass Menschen versucht werden. Zugleich aber verheisst uns Jesus, dass Gott keine Versuchung zulassen wird, die über unsere Kräfte geht. Es ist nicht immer einfach, den Willen Gottes zu tun, aber wenn wir es wirklich wollen, haben wir die Kraft dazu, auch wenn uns vieles davon abbringen möchte.

Wenn wir es im Leben zu etwas bringen wollen, müssen wir uns anstrengen, aber wenn wir eine Prüfung gemeistert haben, sind wir einen Schritt weiter gekommen. Vielleicht können wir auch die Versuchungen als solche Prüfungen sehen, die uns, wenn wir sie bestehen, in unserem Leben immer reifer werden lassen und uns immer stärker werden lassen im Glauben. Gott traut uns zu, dass wir stark sind und diese Prüfungen bestehen.

Und erlass uns unsere Sünden

… denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist.

vaterunser15.jpgGenau so wie das tägliche Brot ist auch Vergebung lebensnotwendig. Sünde und Schuld vergiften und zerstören das Leben. Dass die Menschen einander vergeben, ist ein zentrales Anliegen Jesu. Er selbst ist gekommen, um sein Leben dafür zu geben, damit dem Menschen die Sünden vergeben werden.

Gott ist bereit, dem Menschen zu vergeben. Die Initiative zur Vergebung geht von Gott aus. Doch die Vergebung Gottes kann nur wirksam werden, wenn auch wir bereit sind, anderen zu vergeben, die an uns schuldig geworden sind. Keine andere Bitte formuliert die Notwendigkeit des menschlichen Zutuns so konkret wie diese.

Vergebung ist schwer, aber nicht unmöglich. Gerade weil Vergebung oft so schwer ist, tut es sicher gut, immer wieder im Vaterunser darum zu bitten. Wir können nur erfahren, wie befreiend Vergebung ist, wenn wir uns darauf einlassen.