Dein Name werde geheiligt

vaterunser12.jpgIn der Anrede „Vater“ erkennen wir, wie nahe Gott uns ist. Nähe ist eine Angelegenheit des Vertrauens und birgt stets die Gefahr des Missbrauchs. Gott ist uns so nahe, dass wir seinen Namen in menschlicher Sprache aussprechen dürfen. Menschen können so aber das Wort „Gott“ auch gedankenlos aussprechen, schlimmer noch, Gott lästern und seinen Namen verunehren. Wenn wir das Wort „Gott“ in unseren Mund nehmen, soll dies daher stets bewusst und mit Achtung geschehen.

Als Christen geben wir durch unsere Worte, aber auch durch unser Tun Zeugnis von Gott. Das Bild, das sich Menschen von Gott machen, wird oft auch bestimmt von dem Verhalten, das sie bei Menschen beobachten, die von sich behaupten, an Gott zu glauben. Wir erleben immer wieder, wie in den Medien ein Fehlverhalten von Gläubigen zum Anlass genommen wird, die Kirche zu kritisieren und letztendlich wirkt diese Kritik oft auch tiefer in den Menschen weiter, auf das Bild, das sie sich von Gott machen.

Unser Leben soll den Menschen die Liebe zeigen, die Gott zu uns hat. Wenn wir uns gegen die Liebe versündigen, wird der Name Gottes verunehrt. Herr, hilf uns, durch unsere Worte und unser Tun deinen Namen heilig zu halten, damit er nicht lästernd gebraucht wird, sondern in Ehrfurcht; nicht zweifelnd, sondern gläubig; nicht im Fluch, sondern im Segen; nicht zerstörend, sondern aufbauend; nicht leichtfertig, sondern ernst; nicht in bösen Gedanken, sondern in guten.

Vater

vaterunser11.jpgIm Gegensatz zu der uns vertrauten langen Anrede „Vater unser im Himmel“, die uns Matthäus überliefert, heißt es bei Lukas nur „Vater“. In diesem einen Wort „Vater“ verdichtet sich unsere ganze Hinwendung an Gott.

Die Jünger haben Jesus dabei beobachtet, wie er innig zu seinem Vater gebetet hat. Jesus sagt einmal: Wer mich sieht, sieht den Vater. Hier scheint das Geheimnis der Dreifaltigkeit auf. Wenn wir uns im Gebet an den Vater wenden, so tun wir es durch Jesus Christus im Heiligen Geist. Jesus ist nicht der Vater, aber er ist eines Wesens mit dem Vater. Im tiefsten Kern seines Seins ist Jesus ganz eins mit dem Vater. In Jesus ist auf Erden die Liebe des Vaters sichtbar geworden.

Mit Jesus dürfen wir Gott unseren Vater nennen, Jesus nimmt uns hinein in sein Beten zum Vater. Unsere irdischen Väter erfahren wir manchmal als unvollkommen. Wenn wir Gott unseren Vater nennen, so dürfen wir darauf vertrauen, dass er ein vollkommener Vater ist, der seinen Kindern mit unendlicher Liebe zugetan ist. Wenn wir uns an Gott als unseren Vater wenden, zeigt es den vertrauten Umgang, den wir mit Gott haben dürfen. Gott thront nicht unnahbar in unerreichbarer Ferne, sondern er kommt uns entgegen, um mitten unter uns zu sein.