Einem Schüler, den der Gedanke vom Leben nach dem Tod nicht losließ, sagte der Meister: „Warum auch nur einen Augenblick mit dem Gedanken an das Danach verschwenden?
„Aber ist es denn möglich, das nicht zu tun?“
„Ja.“
„Wie?“
„Indem man hier und jetzt im Himmel lebt.“
„Und wo ist dieser Himmel?“
„Im Hier und Jetzt.“
Anthony de Mello
was ist schlimmer als Lüge?- Die Halbwahrheit.
Ähnliches gilt auch für den Glauben.
De Mello versucht hier, indem er den Stil der Apophtegmata Patrum aufgreift, sich um ein unmissverständliches Bekenntnis zum “ewigen Leben” herzuschwindeln. Natürlich stimmt es, dass der Himmel, das Leben mit Gott und in Gott schon begonnen hat und in dieses alltägliche Leben hereinreicht, aber dass deshalb die Ausschau nach dem kommenden Leben (vita venturi saeculi) überflüssig oder unnötig sei, das ist schlicht und einfach vermessen.
Kein Wunder das der derzeitige Papst in seiner damaligen Funktion als Präfekt der Glaubenskongregation die Werke de Mellos öffentlich als schwerwiegend irreführend verurteilt hat.