Gott begegnen

gebet11.jpgDie hl. Theresa von Avila sagte einmal:

Wenn du nicht weißt, ob es Gott gibt, dann knie jeden Abend nieder und bete fünf Minuten zu ihm. Dann wird es sich herausstellen.

Madeleine Debrel, eine große Mystikerin und Gottsucherin des letzten Jahrhunderts, findet als junge Frau durch das Gebet zu Gott:

Ich tat es an vielen Tagen, ohne auf die Uhr zu blicken. Dann habe ich, lesend und nachdenkend, Gott gefunden, aber indem ich betete, habe ich geglaubt, dass Gott mich gefunden hat und dass er lebendige Wirklichkeit ist und man ihn lieben kann, wie man eine Person liebt.

Reinhold Schneider drückte dies einmal so aus:

Keiner glaubt an Gott, weil er seine Existenz beweisen könnte, sondern weil Gottes Wirklichkeit an ihm geschehen ist.

Nur wer betet, wird zu einer lebendigen Begegnung mit Gott finden. 

Kostbar und wertvoll

christusikone.jpgGottes Nähe bedeutet auch: Gott will mir nahe sein – er will mir nahe sein, weil er mich liebt. Um in Gottes Nähe zu kommen, muß ich keine Leistung erbringen, ich darf einfach nur da sein in seiner Gegenwart – so wie ich bin. So wie ich bin, bin ich vor Gott kostbar und wertvoll.

Beim Propheten Jesaja heißt es (vgl. Jes 41,1-4): 

So spricht der Herr, der dich geschaffen und geformt hat:

Fürchte dich nicht, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.

Wenn du durchs Wasser schreitest, bin ich bei dir,

wenn durch Ströme, dann reißen sie dich nicht fort.

Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt,

keine Flamme wird dich verbrennen.

Denn ich, der Herr, bin dein Gott, ich bin dein Retter.

Weil du in meinen  Augen teuer und wertvoll bist,

und weil ich dich liebe,

gebe ich für dich ganze Länder und Völker,

und für dein Leben mich selbst.