1. Adventssonntag

springen.jpgDu führst mich hinaus ins Weite; du machst meine Finsternis hell.

So lautet ein Kehrvers im Gotteslob (GL 712) zu Psalm 18.

Weite und Licht – diese Eigenschaften kennzeichnen meinen Weg mit Gott. Auch wenn mir Gott manchmal fern erscheint, er hat die Macht, Enge und Finsternis zu durchbrechen, die mich manchmal gefangen halten.

Wenn ich mich seiner liebenden Hand anvertraue, wird Gott will mir Raum schaffen für meine Schritte, und Licht, damit ich den Weg sehe, den er mit mir gehen will.

Licht, das die Finsternis erhellt, dieses Bild zeigt auch der Adventskranz, den viele Menschen jetzt in ihren Wohnungen haben. Jede Woche ein Licht mehr – bis dann an Weihnachten alles in hellem Glanz erstrahlt.

Die erste Kerze, die ich entzünde, kann mich durch die nächsten Wochen hindurch an die Erfahrung von Gottes liebender Nähe in meinem Leben erinnern.

Du, Herr, lässt meine Leuchte erstrahlen,

mein Gott macht meine Finsternis hell.

Mit dir erstürme ich Wälle,

mit meinem Gott überspringe ich Mauern. (Ps 18,29f)

Leben in Gottes Nähe

licht11.jpgDie Erfahrung von Gottes Nähe führt mich hin zum Gebet. Gott ist da in meinem Leben und in der Welt – hier und jetzt und heute. Weil Gott mir so nahe gekommen ist, kann ich vor ihn hintreten und eintreten in das Gespräch mit ihm.

Beten ist nicht der mühevolle Versuch von mir selbst, zu Gott aufzusteigen, sondern Beten heißt, mich fallen zu lassen in den Sohn und von ihm mich tragen zu lassen im Geist zum Vater.

Dieser Raum des Gebetes ist kein Sonderraum neben dem Leben, sondern ist das Leben. In allem, was ich tue und bin, bin ich angenommen von Jesus Christus, der für mich Mensch wurde. Wenn er sein Leben so ganz mit mir teilt, dann ist mein Leben drinnen in seiner Beziehung im Geist zum Vater.