Über das Sorgen

licht22.jpgOft bekommt man zu hören: „Mach dir keine Sorgen. Das wird schon wieder.“ Aber wir machen uns trotzdem Sorgen und können nicht einfach deshalb damit aufhören, weil uns das jemand ausreden will. 

Es gehört zu den schmerzlichen Erfahrungen unseres Lebens, dass wir uns ziemlich viele Sorgen machen: um unsere Kinder, unsere Bekannten, unseren Ehepartner, unseren Arbeitsplatz, unsere Zukunft, unsere Familie, unser Land, unsere Welt …

Wir machen uns viele Sorgen und leiden deshalb auch viel. Wir möchten gern dieses Sorgen abstellen, wissen aber nicht, wie das gehen soll. Können wir irgendetwas tun, um uns weniger Sorgen zu machen und mehr im Frieden zu sein? Wie können wir unser Herz und unseren Geist so einstellen, dass sie nicht nutzlose Zeit und Energie mit diesem ängstlichen Gegrübel verschwenden, mit dem wir uns innerlich im Kreis drehen? 

Jesus sagt: „Euch muss es zuerst um das Reich Gottes gehen.“ Das gibt uns einen Hinweis, in welcher Richtung die Lösung liegen könnte. 

Henri Nouwen 

Schaut auf die Lilien (Mt 6,24-34)

bunt.jpgFlower-Power und einfach so in den Tag hineinleben, das ist es sicher nicht, was Jesus meint, wenn er zu uns sagt: Sorgt euch nicht … und uns die Schönheit der Natur, die ganz von alleine ihre ganze Pracht hervorbringt, vor Augen stellt. 

Das, worum es Jesus geht, erkennen wir in den ersten und letzten Versen des heutigen Evangeliums: Niemand kann zwei Herren dienen … und: euch muss es zuerst um das Reich Gottes und um seine Gerechtigkeit gehen. 

Wenn wir uns darauf einlassen, den Weg Jesu zu gehen, und Gott zum Herrn unseres Lebens machen, dann dürfen wir auch darauf vertrauen, dass Gott dafür sorgt, dass wir alles Nötige zum Leben haben. 

Der andere Weg wäre, den Mammon zum Herrn des Lebens zu machen. Wer diesen Weg wählt, der wird in seinem Leben von der Sorge um die materiellen Güter bestimmt. Ihm geht es darum, immer mehr anzuhäufen und seine Schätze beisammen zu halten. Er muss selbst um alles kämpfen und kann nichts schenken, weil er sich selbst nicht als Beschenkter erfährt. 

Wer Gott zum Herrn seines Lebens macht, der wird auch die Erfahrung machen, dass Gott ihn immer wieder beschenkt. Das schließt zwar unsere Anstrengungen nicht aus, rückt sie aber in ein anderes Licht. Die Erfahrung des Beschenktseins befreit uns von einer übermäßigen Sorge, die uns die Haare ausfallen lässt. 

Jesus will, dass wir mit der Zuversicht, dass wir Gottes geliebte Kinder sind, durch das Leben gehen. Diese Zuversicht macht unser Leben bunt und lässt die helle Sonne der Liebe Gottes durch unseren Alltag strahlen.