Fest der Heiligen Familie

„Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.“

darstellung_1.jpgZu Weihnachten sehen wir oft romantische Bilder vor uns von der Heiligen Familie im Stall von Betlehem umgeben von Engeln, Hirten oder Königen. Doch wenn wir genauer hinsehen, dann war der Alltag der Heiligen Familie alles andere als romantisch.

Da war zunächst das Unverständnis über das Kind Mariens, das nicht der leibliche Sohn Josefs war. Die Geburt Jesu im Stall war sicher trotz Engel und Hirten eine sehr ungemütliche Angelegenheit. Die Flucht nach Ägypten hat Jesus zwar vor dem Tod durch die Soldaten des Herodes bewahrt, war aber mit Sicherheit sehr mühsam. Wer kann sich vorstellen wie es ist, mit einem Säugling zu Fuß mehrere Tage in unwirtlichem Gelände unterwegs zu sein?

Der alte Simeon im Tempel bringt es auf den Punkt, was es für Maria bedeutet, die Mutter des Sohnes Gottes zu sein: „Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.“ (Lk 2,35)  Es ist der Schmerz der Mutter, die so vorbehaltlos Ja zu Gott gesagt hat über das Nein so vieler Menschen zu ihrem Sohn, ihr Schmerz darüber, dass Gott so anders handelt, als wir es oft erwarten. Sicher werden auch viele den Schmerz der Eltern Jesu mitfühlen können, als ihr zwölfjähriger Sohn auf der Wallfahrt nach Jerusalem plötzlich verschwunden war.

Vielleicht ist die Heilige Familie aber gerade so ein Vorbild für die vielen Familien auf dieser Welt, in denen auch nicht alles so glatt läuft, deren Lebensplanung durchkreuzt wird und die mit allerlei Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Vielleicht wird Maria gerade so zur Schwester so vieler Mütter, die sich täglich um das Wohl ihrer Kinder kümmern und doch oft nicht verstehen können, warum ihre Kinder so sind wie sie sind.

Herr Jesus,

du bist Mensch geworden, geboren von einer jungen Frau namens Maria,

aufgewachsen in einer Familie im kleinen Ort Nazaret.

Viele der Sorgen, die unsere Familien heute plagen, habt ihr damals auch gekannt.

Schau auf die Eltern und ihre Kinder. Segne die Familien, stärke sie in ihrem Zusammenhalt und lass unsere Familien Orte sein, an denen deine Liebe erfahrbar wird.

Weihnachten (5)

(6) Weihnachtsgeschenke

weihnachten_1900.jpgWeihnachten machen wir uns Geschenke, das ist nicht erst eine Erfindung unserer modernen Zeit. Ursprünglich war der Nikolaustag der Tag, an dem die Kinder Geschenke bekamen. Im Zuge der Reformation und ihrer Abschaffung der Heiligenfeste wurde der Brauch des Schenkens zunächst bei den evangelischen Christen auf das Weihnachtsfest gelegt, während die katholischen Kinder noch lange ihre Geschenke am Nikolaustag bekamen. Erst allmählich wurde auch bei Katholiken das Schenken auf das Weihnachtsfest verlegt, wie es heute bei uns üblich ist.

Das größte Geschenk, das wir an Weihnachten bekommen, ist das Kind in der Krippe. In ihm möchte uns Gott das Geschenk seiner Nähe machen und will uns zeigen, wie lieb er uns hat. Vielleicht meinen wir oft, dass wir ihn nicht brauchen in unserem Leben. Aber wenn wir ehrlich sind, könnten wir ihn manchmal vielleicht doch ganz gut brauchen, wenn er wirklich ein Gott ist, dem wir wichtig sind und auf den wir uns verlassen können. Und so ein Gott ist er ja, das hat er uns damals beim ersten Weihnachtsfest gezeigt.

Denken wir einfach an dieses Kind im Stall. Dieses Kind von Betlehem will uns auch heute beschenken. Wie damals bei den Hirten will es auch in unsere Herzen Freude bringen und Glück. Schließen wir einmal kurz die Augen und versuchen wir uns vorzustellen, wie uns das Kind aus der Krippe anlächelt und mit seinem liebevollen Blick ansieht, der zu mir sagt: Ich kenne dich, ich will dir helfen, ich will dir ganz nahe sein in deinem Leben, wohin du auch gehst, ich bin bei dir.