Polykarp ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der frühen Kirche, doch wir wissen nur wenig über sein Leben. Er kannte noch den Apostel Johannes und ist dessen Schüler gewesen. Dieser soll Polykarp auch als Bischof von Smyrna in Kleinasien (dem heutigen Izmir) eingesetzt haben. Auf Grund seines langen Lebens gilt Polykarp als letzter Zeuge der apostolischen Zeit. Er gilt als der „Lehrer Asiens, Vater der Christen, Zerstörer der Götter“.
Einen ausführlichen Bericht besitzen wir von seinem Martyrium. Als Polykarp vom römischen Statthalter aufgefordert wurde, Christus zu verfluchen, soll er geantwortet haben:
„Sechsundachtzig Jahre diene ich ihm und er hat mir nie ein Leid getan; wie könnte ich meinen König lästern, der mich erlöst hat?“
Er wurde zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Vor seinem Tod sprach er das folgende Gebet:
„Herr, Gott, Herrscher des Alls, ich preise dich, dass ich unter der Schar der Märtyrer am Kelch deines Christus teilhaben darf zur Auferstehung des ewigen Lebens von Seele und Leib zur Unverweslichkeit durch den Heiligen Geist. Mit einem reichen, von dir angenommenen Opfer möchte ich heute unter sie eingereiht werden, mit einem Opfer, wie du es mir im Voraus bestimmt und verkündet hast und wie du es nun erfüllst.
Dafür und für alles lobe ich dich. Ich preise und verherrliche dich mit dem ewigen Hohenpriester Jesus Christus im Himmel, deinem geliebten Sohn und Knecht. Durch ihn ist dir mit ihm und dem Heiligen Geist die Ehre jetzt und in Zukunft und in Ewigkeit. Amen.“
Nachdem Polykarp das Amen gesprochen hatte, wurde der Scheiterhaufen entzündet, doch die Flammen verbrannten ihn nicht, sondern umgaben ihn wie die Segel eines Schiffes, die vom Wind aufgebläht werden. Da ihn das Feuer nicht tötete, wurde er mit einem Dolch durchbohrt. Christen bestatteten seinen Leib und begingen von da an den Gedenktag an seinem Grab.
Das ist ein Heiliger, er mir auch sehr ans Herz gewachsen ist.
Er muss auch in engem Kontakt mit seinem Bischofskollegen Ignatius von Antiochien gewesen sein, da es einen Brief “Ignatius an Polycarp” gibt.
Am Anfang des 2. Jahrhunderts hat sich schon der sog. monarchische Episcopat herusgebildet, der grundlegend für das Verständnis der dreigliedrigen Amtes Bischof-Priester-Diakon ist, damals gab es das Kollegium der Presbyteroi (die auch schon Nachfolger im Amt durch Handauflegung weihten), den Episcopos und den Diaconos – die allesam im Amt der Apostel wurzeln und sich nach und nach, bis zum heutigen Verständnis, entwickelt haben.
Man nennt das Apostolische Sukzession – hier gerade, zur Zeit Polycarps, und sicher ist er ein Zeuge dafür, kam dem Bischof eine ganz besondere Aufgabe zu, nämlich die Vollmacht, Nachfolger zu weihen, diese nennen wir heute Priester, damals Presbyteroi.
Hl. Polycarp, bitte für uns!