Hl. Johannes von Gott (1495 – 1550)

johannes_von_gott.jpg1495 wurde Johannes (Juan) Ciudad als Sohn armer Leute in der Nähe von Lissabon in Portugal geboren. Mit acht Jahren verließ er seine Eltern. Manche sagen, er sei entführt worden, andere sagen, er sei einfach fort gelaufen. Die Eltern sollten ihn nie wieder sehen und die Mutter soll aus Verzweiflung darüber gestorben sein.

Johannes aber kam bei einem Gutsbesitzer im benachbarten Spanien, etwa 60 km von seiner Heimat entfernt, unter. Dort verdiente er sich seinen Lebensunterhalt als Hirte. Später trat er in den Militärdienst ein, kämpfte im spanisch-französischen Krieg und dann 1532 gegen die Türken vor Wien.

Nach einer Verwundung und dem Ausscheiden aus dem Militärdienst spürte Johannes eine Berufung und suchte nach dem Platz, den Gott für ihn in dieser Welt bestimmt hatte. Auf seiner Suche kam er, mittlerweile 43 Jahre alt, nach Granada, wo er als fliegender Händler fromme Schriften und Heiligenbildchen verkaufte. Dort hörte er 1539 eine Predigt des hl. Johannes von Avila über die Gnade und Güte Jesu, die ihn so sehr beeindruckte, dass er glaubte, gleich handeln zu müssen.

Johannes stürzte auf die Straßen und predigte schreiend unerlässlich von Gottes Barmherzigkeit. Die Menschen aber hielten ihn wegen dieses Verhaltens für einen Geisteskranken und er wurde in das Spital von Granada eingewiesen. Dort erfuhr er die menschenunwürdigen Zustände, die damals in der Krankenpflege herrschten, am eigenen Leib. Mit Fesseln und Peitschenhieben wollte man den „vom Teufel besessenen Sünder“ zur Vernunft bringen.

Johannes war tief erschüttert über das Leiden seiner Mitpatienten und all der kranken Armen, die oft gar nicht aufgenommen wurden. Sie lagen im Schmutz, kaum einer kümmerte sich um sie, viele vegetierten bis zum bitteren Ende einfach vor sich hin. Nach seiner Entlassung wusste er, was seine Berufung war: Er wollte sein Leben ganz den Armen und Kranken widmen.

Johannes sammelte Arme und Kranke von den Straßen und Gassen der Stadt und brachte sie zunächst im Innenhof einer wohltätigen Adelsfamilie unter. Dort findet sich über einem Tor noch heute sein Wahlspruch: „Das Herz befehle“. Schon bald konnte er das erste Krankenhaus errichten. Dabei kümmerte er sich selbst um alles Notwendige. Er kaufte Strohmatten und Decken, trug Bettlägerige, wärmte Essen auf, spülte Geschirr und sprach abends mit den Patienten. Dem nicht genug, er zog auch nachts noch durch die Straßen, um für seine Patienten Essen und Geld zu erbetteln.

Johannes wird als Schöpfer des modernen Krankenhauses bezeichnet. Immer mehr junge Leute schlossen sich Johannes an und bald entstand ein Verein für Laien mit Aufgaben in der Krankenpflege, aus dem sich der Orden der Barmherzigen Brüder entwickelte. Die Barmherzigen Brüder vom heiligen Johannes von Gott gelten als bedeutendster Männerorden für Krankenpflege und sind heute auf der ganzen Welt verbreitet.

Im Frühjahr 1550 sah Johannes von Gott einen Jungen im Fluss ertrinken und stürzte sich sofort in die reißenden Wassermassen, um ihn zu retten, doch die Kraft des Wassers war stärker. Der Bub ertrank und Johannes von Gott starb nur kurz darauf, nachdem er sich von einer Krankheit nicht mehr erholte. Als er seinen Tod nahe sah, kniete er am Boden nieder und rief: „Jesus, Jesus, in Deine Hände empfehle ich mich” und so starb er, auf den Knien mit dem Kreuz in der Hand.

Hl. Perpetua und Hl. Felicitas (+ 203)

perpetua_felicitas.jpgUm das Jahr 200 war es gefährlich, sich als Christ im Römischen Reich zu bekennen. Wer nicht bereit war, den Göttern Roms und seinem vergöttlichten Kaiser das Opfer darzubringen, galt als Staatsfeind und wurde als solcher zum Tode verurteilt. Doch viele Christen blieben standhaft und gaben mit ihrem Mut zum Bekenntnis Zeugnis dafür, dass Jesus Christus stärker ist als die Mächte dieser Welt. Viele Menschen bewunderten die Kraft, die vom christlichen Glauben kommt und bekehrten sich.

Damals meldete sich in Karthago, einer antiken Weltstadt an der Küste Nordafrikas, eine junge Frau zur Taufe an. Perpetua war etwa 20 Jahre alt, als sie sich entschloss, Christin zu werden und darum bat, unter die Schar der Taufbewerber, der Katechumenen aufgenommen zu werden. Sie stammte „aus gutem Hause, war von vorzüglicher Bildung, wie es einer Freien geziemt, und ehrenvoll verheiratet. Ihr Vater und ihre Mutter lebten noch; auch hatte sie zwei Brüder, von denen der eine gleichfalls Katechumene war, und einen kleinen Sohn, den sie noch an ihrer Brust nährte.“

Im Jahr 203 wurden die Christen Karthagos angezeigt und verhaftet. Zusammen mit Perpetua wurden ihre Sklavin Felizitas, die ebenfalls Taufbewerberin war, Revokatus, Saturninus und Sekundulus in den Kerker geführt. Über ihr Martyrium besitzen wir einen ausführlichen Bericht. Die Tage bis zu ihrem Martyrium hat Perpetua selbst aufgeschrieben. Als seine Tochter verhaftet wurde, versuchte der Vater von Perpetua alles, um seine Tochter vom Christentum und dem bevorstehenden Martyrium abzubringen. Doch sie widerstand klar seinen Worten und bekannte:

„Ich kann mir nur einen Namen geben, der sagt, was ich bin: Christin.“

Im Kerker empfing Perpetua zusammen mit den anderen Katechumenen die Taufe. Darüber schreibt sie:

„Der Heilige Geist gab mir ein, vom Wasser (der Taufe) nichts anderes als die Geduld des Fleisches zu erbitten.“

Als deutlich wurde dass ihnen das Martyrium unausweichlich bevorstand, sagte sie:

„Von da an setzten wir keine Hoffnung mehr auf diese Welt.“

Im Kerker hatte Perpetua einen Traum. Sie sah eine riesige Leiter, die bis zum Himmel reichte, aber so schmal war, dass man nur einzeln auf ihr hinaufsteigen konnte. Nur wer konzentriert nach oben schaute, konnte sie erklimmen. Unter der Leiter aber lag ein ungewöhnlich großer Drache, der versuchte, die Hinaufsteigenden einzuschüchtern. Als Perpetua im Traum nach oben stieg, sah sie dort einen weit ausgedehnten Park und mitten darin saß ein weißhaariger, hochbetagter Mann in Hirtentracht und molk die Schafe. Rings um ihn standen viele Tausende in weißen Kleidern. Er hob den Kopf, sah sie an und sprach zu ihr: Willkommen, Kind! Dann rief er sie herbei und gab ihr ein Stückchen von dem Käse aus der Molke. Die Hoffnung auf dieses Land des Friedens gab Perpetua und ihren Gefährten die Kraft, die Strapazen der Haft und des Martyriums zu ertragen. 

Am 7. März 203 wurden Felicitas, Perpetua und ihre Gefährten bei einer Vorführung, die Kaiser Septimus Severus zum Geburtstag seines Sohnes abhalten ließ, im Zirkus den wilden Tieren vorgeworfen. Saturninus, Saturus und Revocatus (Secundulus war schon im Gefängnis gestorben) mussten mit Bären und Leoparden kämpfen, Felicitas und Perpetua mit einer wilden Kuh. Schließlich sollten die Schwerverletzten mit dem Schwert getötet werden. Perpetua aber schrie laut auf, als ihr das Schwert zwischen die Knochen gestoßen wurde und sie etwas Schmerz verkosten durfte. Sie führte dann selber die unsichere Hand des jungen Gladiators an ihre Kehle. Vielleicht konnte eine solche Frau, die von dem unreinen Geiste gefürchtet wurde, nicht anders getötet werden, als wenn sie es selbst wollte.

Bald schon wurde über dem Grab von Perpetua und Felicitas eine Kirche erbaut. Sie gehören zu den ältesten Blutzeugen des Christentums, deren Schicksal zuverlässig überliefert ist.